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DATEV-Alternativen für Österreich: BMD, RZL, dvo und alven im Vergleich

Elias Rapp··11 Min. Lesezeit

Kurzfassung

DATEV stellt alle für Österreich angepassten Programme ein. Voll nutzbar sind sie bis 31. Dezember 2028, für das Wirtschaftsjahr 2029 gibt es eine kostenfreie Übergangsnutzung, ab 2030 ist Schluss. Die etablierten Alternativen BMD, RZL und dvo sind für manuelles Buchen gebaut worden. alven ist von Grund auf KI- und Cloud-nativ. Dieser Beitrag vergleicht die vier Optionen, zeigt, wo eine Migration wirklich Aufwand macht, und warum der DATEV-Ausstieg mit einem grundlegenden Wandel der Branche zusammenfällt.

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Wann endet DATEV in Österreich?

Am 6. Mai 2026 hat die DATEV eG bekanntgegeben, ihr Portfolio neu auszurichten. Der Grund ist die Umstellung des gesamten Angebots auf die Cloud, die DATEV bis zum Ende des Jahrzehnts abschließen will. Dafür bündelt das Unternehmen seine Kräfte auf den deutschen Kernmarkt.

Für Österreich heißt das: DATEV eG und DATEV.at GmbH bieten die speziell auf österreichische Anforderungen zugeschnittenen Leistungen künftig nicht mehr an. Betroffen sind laut DATEV insbesondere:

  • die Österreich-Adaptionen in Rechnungswesen und Jahresabschluss
  • die Lösungen zur Eigenorganisation und die Basis-Software
  • die integrierten Steuerprogramme
  • ergänzende Tools, Lösungen und Fremdprogramme, etwa die Lohnabrechnung

Der Zeitplan laut Presseinformation: Das bisherige Portfolio ist bis 31. Dezember 2028 uneingeschränkt nutzbar. Im Jahr 2029 können die Programme für Rechnungswesen, Abschlussprüfung und Kanzleimanagement für das Wirtschaftsjahr 2029 kostenfrei weiterverwendet werden. Über den 31. Dezember 2029 hinaus ist keine Nutzung mehr möglich. Jahresabschlüsse und Steuererklärungen für 2029 lassen sich 2030 also nicht mehr in DATEV bearbeiten.

Das klingt nach viel Zeit. In der Praxis bleiben aber nur wenige Jahreswechsel, an denen ein Systemwechsel sauber gelingt. Und diese Wechsel wollen viele DATEV-Kanzleien in Österreich zur selben Zeit vollziehen.

Warum der DATEV-Ausstieg mehr ist als ein Softwarewechsel

Der Rückzug von DATEV fällt in eine Zeit, in der sich die Buchhaltung grundlegend verändert. Über Jahrzehnte hieß Buchen: Beleg lesen, Konto wählen, Steuercode setzen, Betrag eintippen. Die Kanzleisoftware, die heute in Österreich verbreitet ist, wurde genau für diesen Ablauf entwickelt. Sie ist darauf ausgelegt, manuelle Eingaben schnell und korrekt zu verarbeiten.

Mit KI verschiebt sich der Ausgangspunkt. Belege lesen, Zahlungen zuordnen und den ersten Buchungsvorschlag erstellen kann heute die Software. Der Mensch prüft, korrigiert, wo nötig, und gibt frei. Die Arbeit in der Kanzlei wandert damit vom Erfassen zum Prüfen.

Für die Softwarewahl ist deshalb eine Frage entscheidend: Wurde ein System für diesen neuen Ablauf gebaut, oder wurde KI nachträglich an ein System für manuelles Buchen angefügt? Dasselbe gilt für die Cloud. Eine Software, die für die Installation in der Kanzlei entstanden ist und später in ein Rechenzentrum umgezogen wurde, arbeitet anders als eine, die von Beginn an für den Browser, für mehrere Standorte und für die Zusammenarbeit mit Mandant:innen entworfen wurde.

Wer DATEV ohnehin ablösen muss, steht also vor einer größeren Entscheidung als der Wahl eines neuen Programms. Es geht darum, auf welchem Ablauf die Kanzlei die nächsten zehn Jahre arbeitet.

Welche DATEV-Alternativen gibt es in Österreich?

Für Kanzleien, die DATEV ersetzen müssen, kommen vor allem vier Systeme in Frage: die etablierten österreichischen Anbieter BMD, RZL und dvo sowie alven als KI- und Cloud-native Plattform. Die Tabelle fasst die Unterschiede zusammen, danach folgt jedes System im Detail.

DATEV-Alternativen in Österreich im Vergleich
FunktionalvenBMDRZLdvo
KI-nativ entwickeltJaNeinNeinNein
Cloud-nativ entwickeltJaNeinNeinNein
KI-Buchungsvorschläge ohne AnlernphaseJaNeinNeinNein
Kontenplan-Import ohne SpaltenanpassungJaNeinNeinNein
Einnahmen-Ausgaben-RechnungJaJaJaJa
Doppelte BuchhaltungJaJaJaJa
Schnittstelle zu FinanzOnlineJaJaJaJa

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BMD als DATEV-Alternative

BMD aus Steyr ist die naheliegende Wahl für Kanzleien, die ihr gesamtes Leistungsspektrum wieder in einem etablierten System abbilden wollen. BMD selbst beschreibt in einem Erfahrungsbericht, wie eine Kanzlei von DATEV umgestiegen ist und dabei vorübergehend beide Systeme parallel betrieben hat.

Spricht dafür

  • In österreichischen Kanzleien weit verbreitet, damit ist Know-how am Arbeitsmarkt verfügbar
  • Sehr breites Portfolio aus einer Hand: Fibu, Lohn, Bilanz, Steuer, CRM und DMS
  • Mit BMD Com gibt es ein eigenes Mandantenportal

Das solltest Du bedenken

  • Als installierte Kanzleisoftware für manuelles Buchen entstanden; KI ergänzt diesen Ablauf, trägt ihn aber nicht
  • Der Funktionsumfang bedeutet Einarbeitung, für jedes Modul und jede Rolle im Team
  • Die Umstellung läuft in der Praxis oft mit einer Phase des Parallelbetriebs beider Systeme
  • Kontenrahmen, Steuercodes und Personenkonten aus DATEV müssen auf die BMD-Logik übertragen werden
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RZL als DATEV-Alternative

RZL aus Tumeltsham ist seit Jahrzehnten im österreichischen Kanzleimarkt tätig. Für DATEV-Umsteiger ist relevant, dass sich Buchungsdaten im DATEV-Format direkt in die RZL-Programme einlesen lassen. Wer neu startet, sollte gleich klären, ob RZL FIBU Klassik oder RZL FIBU Next die passende Basis ist.

Spricht dafür

  • Österreichischer Anbieter mit langer Tradition im Kanzleimarkt
  • Ein Import im DATEV-Format ist in RZL FIBU und RZL EA standardmäßig enthalten
  • Mit RZL FIBU Next steht eine neue Generation der Finanzbuchhaltung bereit

Das solltest Du bedenken

  • Ebenfalls als installierte Software für manuelles Buchen entstanden, weder KI- noch Cloud-nativ
  • Die Unterstützung durch die RZL-Datenübernahme ist laut RZL kostenpflichtig
  • Zwei Programmgenerationen (Klassik und Next) bedeuten eine zusätzliche Entscheidung beim Einstieg
  • Ein technischer Import ersetzt nicht die fachliche Prüfung von Steuercodes und Kontenzuordnung
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dvo als DATEV-Alternative

dvo positioniert sich ausdrücklich als Ziel für DATEV-Kanzleien und wirbt mit einem eigenen Wechselprogramm. Das Angebot umfasst Buchhaltung, Lohn, Bilanz, Steuern und Kanzleiorganisation in einer Plattform.

Spricht dafür

  • Rund 7.000 Unternehmen und Kanzleien in Österreich setzen dvo nach eigenen Angaben ein
  • dvo TAX läuft in der Cloud, die Daten liegen in Rechenzentren in Wien und Linz
  • Für DATEV-Umsteiger gibt es einen strukturierten Wechselprozess in fünf Schritten

Das solltest Du bedenken

  • Der Ablauf folgt weiter dem klassischen Buchen; KI ist nicht die Grundlage des Systems
  • Das Umstiegsangebot (50 % Rabatt im ersten Jahr) gilt nur für Abschlüsse bis 31. Dezember 2026
  • Der Wechsel umfasst Datenmigration und Schulung aller Mitarbeiter:innen, das bindet Kapazität
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alven als DATEV-Alternative

alven ist als Komplettsystem für die österreichische Buchhaltung angelegt und von Grund auf für den Ablauf gebaut, der sich gerade durchsetzt. Belege werden ausgelesen und gegen Pflichtfelder geprüft, Zahlungen über die Bankanbindung zugeordnet, Rückfragen gehen strukturiert an Mandant:innen, und die KI erstellt Buchungsvorschläge mit Begründung und Belegstelle. Die Kanzlei prüft und gibt frei. Kein Vorschlag wird ohne diese Freigabe zur Buchung.

Heute deckt alven die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und die doppelte Buchhaltung ab, mit Journal, offenen Posten, Saldenliste, Abgrenzungen und Anlagen. Die Lohnverrechnung ist aktuell nicht abgebildet. Über den Export nach BMD und RZL arbeitet alven mit den Systemen zusammen, die viele Kanzleien dafür bereits einsetzen.

Spricht dafür

  • KI-nativ: Belege lesen, prüfen und Buchungsvorschläge erstellen ist der Kern des Systems
  • Cloud-nativ: im Browser gebaut, mit Mandant:innen im selben Arbeitsbereich
  • Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und doppelte Buchhaltung in einem System
  • Schnittstelle zu FinanzOnline
  • Stammdaten wandern ohne Umbau: Kontenplan und Personenkonten im Originallayout hochladen
  • Buchungsvorschläge ohne Anlernphase je Mandant

Das solltest Du bedenken

  • Lohnverrechnung aktuell nicht abgebildet
  • Jüngerer Anbieter mit kürzerer Geschichte im Kanzleimarkt als BMD, RZL oder dvo

Wo eine DATEV-Migration wirklich wehtut

Der Wechsel des Programms ist selten das Problem. Der Aufwand steckt in den Daten. Wer schon einmal einen Kontenplan oder eine Personenkontenliste von einem System ins nächste übertragen hat, kennt die Liste:

  • Spalten umbenennen und in die Reihenfolge bringen, die das Zielsystem erwartet
  • Kopfzeilen, Leerzeilen und Summenzeilen aus dem Export entfernen
  • Kontonummern auf einen anderen Kontenrahmen umschlüsseln
  • Steuercodes und Buchungsschlüssel des Vorsystems neu zuordnen
  • Datums- und Zahlenformate angleichen, etwa Komma statt Punkt
  • Zeichensatz korrigieren, damit Umlaute nicht als Sonderzeichen ankommen
  • Personenkonten in die Nummernkreise des neuen Systems einsortieren

Jeder dieser Schritte passiert typischerweise in Excel, von Hand, Mandant für Mandant. Genau dort entstehen die Fehler, die später beim ersten Abschluss im neuen System auffallen.

Wie alven die Migration vereinfacht

Bei alven lädst Du die Datei so hoch, wie sie aus dem bisherigen System kommt. Kein Format wählen, keine Spalten ändern, keine Vorlage befüllen. Ob der Kontenplan aus DATEV, BMD, RZL oder aus einer eigenen Excel-Liste stammt, spielt keine Rolle.

Die KI setzt bereits beim Import an. Sie erkennt am Inhalt, ob die Datei ein Kontenplan oder eine Kunden- oder Lieferantenliste ist. Aus Nummer, Bezeichnung und den übrigen Spalten leitet sie Kontoart und Kontofunktion ab. Du siehst das Ergebnis als Vorschau, prüfst es und übernimmst es erst dann. Auch hier gilt: KI bereitet vor, die Kanzlei gibt frei.

Im laufenden Betrieb braucht die KI kein Training. Lernende Kontierungsvorschläge brauchen eine Einlaufzeit, bis genug Korrekturen gesammelt sind. Bei alven kennt die KI österreichische Kontenrahmen und Steuersätze von Anfang an, deshalb sind die Buchungsvorschläge vom ersten Beleg an treffsicher, ohne Anlernphase je Mandant. Jeder Vorschlag bleibt trotzdem ein Vorschlag, mit Begründung und Belegstelle zur Prüfung.

Welche Banken und Systeme alven anbindet, steht in der Integrationsübersicht. Wie sich die Arbeit in der Kanzlei dadurch verändert, beschreibt der Beitrag Buchhaltungssoftware für Steuerberater.

Fazit: Welche DATEV-Alternative passt zu Deiner Kanzlei?

Der DATEV-Ausstieg zwingt zu einer Entscheidung, die viele Kanzleien ohnehin hätten treffen müssen. Ein Wechsel zu BMD, RZL oder dvo ersetzt ein etabliertes System durch ein anderes etabliertes System. Die Abläufe bleiben dabei im Kern dieselben: Erfassen, Kontieren, Buchen.

Mit einer KI- und Cloud-nativen Plattform stellst Du die Kanzlei dagegen auf den Ablauf um, der sich gerade durchsetzt: Die KI bereitet vor, das Team prüft und gibt frei. Die Zeit, die beim Erfassen frei wird, fließt in Beratung und in zusätzliche Mandate. Wer ohnehin migrieren muss, migriert am besten nur einmal.

Häufige Fragen zum DATEV-Ausstieg in Österreich

Bis wann kann ich DATEV in Österreich noch nutzen?
Laut DATEV ist das bisherige Österreich-Portfolio bis 31. Dezember 2028 voll nutzbar. 2029 können die Programme für Rechnungswesen, Abschlussprüfung und Kanzleimanagement für das Wirtschaftsjahr 2029 kostenfrei weiterverwendet werden. Ab 1. Jänner 2030 ist keine Nutzung mehr möglich.
Welche Alternativen zu DATEV gibt es für Kanzleien in Österreich?
Die etablierten österreichischen Anbieter sind BMD, RZL und dvo. Alle drei decken Buchhaltung, Lohn und Bilanz ab und stammen aus der Zeit des manuellen Buchens. alven ist eine KI- und Cloud-native Plattform für Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und doppelte Buchhaltung, bei der die KI Buchungen vorbereitet und die Kanzlei freigibt.
Was bedeutet KI-native Buchhaltungssoftware?
Bei KI-nativer Software ist die KI die Grundlage des Ablaufs: Sie liest Belege, prüft sie, ordnet Zahlungen zu und erstellt Buchungsvorschläge, die das Kanzleiteam prüft und freigibt. Bei klassischer Software ergänzt KI einen Ablauf, der auf manuelle Erfassung ausgelegt ist.
Wie übernehme ich meinen Kontenplan aus DATEV?
In alven lädst Du den Export so hoch, wie er aus DATEV kommt. Die KI erkennt, ob es sich um einen Kontenplan oder eine Kunden- oder Lieferantenliste handelt, und leitet Kontoart und Kontofunktion ab. Spalten müssen dafür nicht angepasst werden. Das Ergebnis prüfst Du in einer Vorschau, bevor es übernommen wird.

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Quellen · Stand September 2026

Die Angaben zu den Anbietern stammen aus deren öffentlichen Informationen und können sich ändern. Dieser Beitrag beschreibt produktbezogene Workflows für die österreichische Buchhaltung und ersetzt keine individuelle Beratung.

Den Umstieg gemeinsam durchgehen

In 30 Minuten schauen wir auf Deine Kanzlei: welche Mandate in DATEV liegen, wie der Umstieg auf alven abläuft und was die KI dabei vom ersten Beleg an übernimmt. Bring gern einen Kontenplan-Export mit.